Hohe Wand Wiese - die Sommerrodelbahn in Wien

Eine Erfahrung und ein Onride Video

Ich bin ja mittlerweile ein richtig großer Fan von Sommerrodelbahnen und versuche jede einzelne davon zu fahren. Mittlerweile haben das auch ein paar Betreiber erkannt und begonnen mich zu ein paar Fahrten einzuladen. Dafür gibts dann lustige Abfahrtsvideos und mit der Begeisterung kann ich mich auch immer schwer zurückhalten.

panorama Hohe Wand wiese wien
Schönes Panorama von der Sommerrodelbahn Hohe Wand Wiese in Wien

Jetzt war ich grade beruflich in Wien, und habe wie im Reflex einfach mal geschaut was denn in Österreich den Berg hinunter so alles gebaut wurde. Und siehe da: Eine Sommerrodelbahn nahe Wien!
Die Hohe Wand Wiese Sommerrodelbahn ist sehr dicht an der Stadt. Sogar noch innerhalb des normalen Tarifgebiets. (Auch wenn etwa 500 Meter später ein anderer Tarif fällig wird: für die Sommerrodelbahn Hohe Wand Wiese braucht ihr nur das normale Ticket)

Wie kommt ihr hin?

abfahrt-strecke-hohe-wand-wien-sommerrodelbahnWenn ihr direkt aus Wien kommt, dann müßt ihr zunächst mit der U-Bahn U4 zur Haltestelle Hütteldorf fahren. Dort steigt ihr aus und geht aus dem Bahnhof zur Bushaltestelle.
Es empfängt euch dann hoffentlich zügig die Buslinie 249. Zur Zeit fährt die leider nur alle 30 Minuten. Aber ihr könnt ja vorher nach den Abfahrtszeiten schauen, dann müßt ihr nicht so lange warten.
Mit diesem Bus fahrt ihr dann etwas mehr als 25 Minuten quer durch alle Straßen, bis ihr schließlich rechterhand die Hohe Wand Wiese sehen könnt.
Raus aus dem Bus und hinein ins Vergnügen!
Für die Anreise mit dem Auto: Es gibt einen Parkplatz mit 180 Stellplätzen neben der Anlage.
Öffnungszeiten und Preise entnehmt ihr bitte der Homepage.

Adresse: Mauerbachstraße 174-184
1140 Wien
Telefonnummer: +43-1-93 46 711

Der erste Eindruck

sommerrodelbahn strekce wien
An nur einem Rohr hinabsausen? Das kam mir jetzt im ersten Moment fast zu spannend vor. Ist aber Spaß!

Schon auf den Fotos im Netz konnte ich sehen, daß hier grundsätzlich schonmal alles total anders ist, als bei uns. Kein einziger Baum im Weg, ihr habt freie Sicht auf das Tal. Mir wirds da gleich etwas schwummerig, weil ich es ja nicht so mit der Höhe habe.
Euer Bob (oder Rodel) fährt hier an einem Rohr, nicht wie bei Wiegand Alpine Coasters auf einer Art Schienen, und auch nicht in einem klassischen Bobkanal.
Ich denke mal, daß ist der Grund dafür, warum es ordentlich rumpelt. Was aber irgendwie einen besonderen Nervenkitzel bringt.

Die fehlenden Bäume sorgen für einen freien Blick ins Tal. Ihr seht also ganz genau, was auf euch zukommt. Das ist auch nicht verkehrt, und spätestens beim Erlebnis-Jump gibt es für euch dann ein bisschen auch ein Achterbahngefühl.

Blickt euch unbedingt bei der ersten Fahrt nach oben einmal um. Das sieht ziemlich schick aus. Bei der Abfahrt müßt ihr euch dann ja auf die Geschwindigkeit konzentrieren. Da habt ihr keine Zeit euch umzuschauen.

Echte Handarbeit!

Auf der Sommerrodelbahn Hohe Wand Wiese Wien wird noch Wert auf echte Handarbeit gelegt.
Oder viel mehr: Ohne die werdet ihr nicht vorankommen!
Zum Start eures rasanten Abenteuers müßt ihr euch erst einmal per Hand zum Aufstieg ziehen. Dort angekommen werdet ihr dann von einem Mitarbeiter angeleint. Also, euer Rodel.
Ihr werdet hochgezogen und dann oben ausgekoppelt.
Und dann:

Es geht abwärts!

Mit einem feinen Pling wird euer Führungsseil vom Rodel gerissen, und plötzlich seid ihr frei. Es geht abwärts. Dachte ich zumindest. Also, ich hätte erwartet, daß es ganz plötzlich immer schneller wird. Aber die ersten Meter seid ihr noch langsam unterwegs und es wirkt so, als würdet ihr keine Fahrt aufnehmen.
Doch schon vor der ersten Kurve wird es zügig schneller. Und spätestens bei der ersten richtigen Kurve werdet ihr wissen, ob ihr mutig genug seid für diese Art Sommerrodelbahn.

Es rappelt im Karton!

Euer Wagen ist nur an diesem einen dicken Metallrohr befestigt. Das sorgt für ordentlich Wirbel. Es zerrt und zurrt und in den Kurven wird es euch schön nach außen schleudern. Ihr seid angeschnallt, macht euch also keine Sorgen. Oder nur ein bisschen. Aber es ist ein deutlich anderes Fahrgefühl, als bei den hierzulande verbreiteten Bahnen.
Die ersten Abfahrten bin ich noch recht zaghaft hinuntergerüttelt. Dann wurde es immer flotter, und am Ende hab ich nur dann gebremst, weil mich das Rütteln des Bobs irgendwie die Bremse drücken ließ.

Naja, die Brücke, oder wie sie es hier nennen: der Erlebnis-Jump, hat mich doch häufig etwas bremsen lassen. Total das Weichei! Bei den letzten Abfahrten wars dann aber egal. Einfach rüber über den Huckel und die 3 Millisekunden freien Fall genießen. 🙂

Technische Daten

  • Bergfahrt: 335 Meter
  • Talfahrt: 512 Meter
  • Höhenunterschied: 93 Meter
  • Durchschnittsgefälle Talfahrt: 18,5 Prozent
  • Durchschnittssteigung Bergfahrt: 29 Prozent
  • 14 Kurven
  • 1 Erlebnis-Jump (Brücke)
  • 25 Rodeln
  • max. Geschwindigkeit: etwa 40 km/h
einstieg in den rodel hohe wand wiese wien
Da gehts hinein in den Rodel. Lange Schlangen gabs an dem Tag nicht. Zum Glück. So konnte ich mehr fahren.
Fazit: Wenn ihr in Wien seid und einen Nachmittag Zeit habt, dann lohnt sich die etwas weitere Anfahrt. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an der U6 ist es bestimmt auch wieder einfacher zu erreichen. Der Bus wird aber weiterhin nur alle 30 Minuten fahren. Aber ihr könnt ja den Fahrplan vorher studieren, dann ist das kein Problem.

Im Gespräch mit dem Geschäftsführer tauchten dann kurz noch die Begriffe Bike Park, Downhill, Radfahrer und Spaß auf. Möglicherweise kommt zur Sommerrodelbahn in Wien dann ja noch eine Abfahrtstrecke für Fahrradfahrer hinzu. Links und rechts der Bahn wäre da ein schickes Plätzchen für.
Und die Dinger können mittlerweile auch ziemlich naturbelassen (oder wie immer ich es ausdrücken soll) gebaut werden. Eine gute Idee wäre es für die Hohe Wand Wiese auf jeden Fall, wie ich finde.

Wahrscheinlich werde ich die Sommerrodelbahn Hohe Wand Wiese bei Wien auch bei meinem nächsten Besuch fahren. Ich war nicht langsam. Aber es geht immer auch noch einen Zacken schneller!

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