ITB Berlin 2017 – eine Nachlese mit gutem Kaffee

Jedes Jahr findet in Berlin die weltgrößte Reisemesse statt. Treffpunkt zahlreicher Reiseblogger und der einen oder anderen Destination. Ich war zum zweiten Mal mit dabei, und das Folgende ist ein sehr subjektiver, koffeinhaltiger Messebericht.

Erster Eindruck vom zweiten Besuch

markt 11 kaffeerösterei auf der itb

Es ist wieder ITB, es ist wieder eine Reise durch alle Kontinente. Aber vielleicht weil es bereits "meine Zweite" ist, wirken die Gänge auf mich leerer, die Hallen übersichtlicher, und die Stimmung weniger hektisch.

Der Mittwoch ist aber auch wirklich etwas entspannter, weil viele Fachbesucher erst im Verlauf des Tages ankommen. Am Donnerstag sind sie alle da. Dementsprechend ist der Donnerstag auch der Tag, an dem ich denke: Okay, jetzt könntet ihr hier mal Platz machen, ich müsste mal durch.

Denn es ist selbstverständlich genau der Tag, an dem meine Termine liegen. Und wie das so üblich ist, sind sie an unterschiedlichen Enden des Messegeländes.

Das bringt mich aber zum ultimativen ITB Tipp für die nächsten Jahre: Weite Strecken bitte über den Hof abkürzen! Das spart Zeit, Ärger, und Strecke. Und wenn es nicht gerade regnet werdet ihr auch nicht nass. Vor allem nicht durch das Schwitzen in den wieder einmal stark überheizten Hallen.
Und falls es doch regnet, dann gibt es den Shuttleservice, und eigentlich überall eine Möglichkeit sich unterzustellen.

Kaffee aus aller Welt

Der Donnerstag auf der ITB ist dann auch der Tag mit dem ersten richtig guten Kaffee. Süd- und Mittelamerika bieten zum Glück auch dieses Mal wieder ausreichend Kaffee zum Probieren an.

Kolumbien will, wie schon im letzten Jahr, erstmal einige Daten haben, bevor es den kleinen Espresso gibt, der mir jedoch auch in diesem Jahr nicht überzeugend genug schmeckt. Das ist aber immer Geschmackssache.

Ein paar Schritte entfernt finde ich dann – am Stand von Honduras – eine kleine Theke, an der ich einen sehr guten Kaffee bekomme. Von einer Kaffeerösterei aus Mannheim (AGÁTA Homepage & Fanpage) mogele ich mich, natürlich mit höflichem Nachfragen, am nächsten Tag erneut in die Schlange, und darf noch einen weiteren Becher davon kosten. Denn hier wird wirklich eine feine Bohne serviert!

kaffeebohnen im vollautomaten
Ich persönlich könnte mir so ja das Zimmer tapezieren. Auch, wenn es dadurch natürlich etwas dunkel würde.

Guatemala ist zum Glück auch wieder mit einer guten Röstung vertreten, und auch hier trinke ich gerne einen Becher.
Und sicherlich wäre ich zurückgekehrt, und hätte auch hier höflich um einen zweiten Kaffee gebeten. Wenn ich nicht von einer befreundeten Bloggerin, die eigentlich gar keinen Kaffee trinkt, auf einen Röster aus Jena in Thüringen hingewiesen worden wäre.

Wenn es bis jetzt keinen Grund für mich gab, nach Jena zu fahren: Jetzt hätte ich auf jeden Fall einen! Die Kaffeerösterei Markt 11 (Fanpage hier)servierte am Messestand Espresso, Filterkaffee, Latte und eigentlich was das Kaffee-Herz begehrte. Neumodischer Kram wie Cold Brewed war nicht am Stand, aber den braucht es ja auch nicht zwingend.

Zum Kaffee: Sehr lecker, der Verkaufspreis ist angenehm niedrig, und der Chef mag einfach Kaffee. Als Architekt ist er dann irgendwie seinem Beruf treu geblieben, und baut euch nun ein richtig leckeres Getränk. Stilecht im Kahla Porzellan serviert. Die Manufaktur für das bekannte Porzellan ist etwa 25 Kilometer entfernt von Jena. Da werde ich wohl auch einmal vorbeischauen. Oder ich bleib einfach auf noch einen Kaffee sitzen.

Eine Reise um die Welt

berlin funkturm bei nacht
Berlin kann in der Nacht ja auch ganz schnuckelig sein. Die ITB verlässt du nämlich eigentlich erst wenn es schon dunkel ist. 🙂

Eigentlich war das Projekt Hostelmax ja eher auf Hosteltests in Deutschland angelegt. Aber schon letztes Jahr hatte ich das Land mehrfach verlassen, und mit Wien, Salzburg und London 3 wunderschöne und sehenswerte Städte kennengelernt.

Mit dem Projekt Seoreise, bei dem es um einen Grundlagenkurs Suchmaschinenoptimierung für Reiseblogger geht, hatte ich dann meine Städtereisen etwas aufgepeppt, und auch für die Kollegen interessant gemacht. Und jetzt ist das Projekt Reiseblogger WG geboren, dass mich und 5 weitere ReisebloggerInnen zunächst nach Irland führt.

10er dorm im check in hostel kreuzberg
Selbstverständlich hat Hostelmax auch dieses Mal wieder im Dorm geschlafen. Dieses Mal ganz kuschelig im 10-er Zimmer

Also gab es für mich durchaus einen Anlass, mich mal in den Hallen intensiver umzuschauen. So wurde aus dem ITB Besuch eine wunderbare Reise durch Europa. An Österreich und den Niederlanden vorbei, ging es auch in die Schweiz, ein kurzes Winken in Richtung Liechtenstein, Luxemburg.

Mein Weg führte mich zu den griechischen Inseln, die mir noch von früher als fast schon liebstes Reiseziel der Deutschen in Erinnerung sind.

Egal wie negativ die Presse gegenüber Griechenland sein mag: Ich werde sehen, dass die Inseln ihren Reiz haben, und ich werde mir eine der Inseln, die eher nicht in der Wahrnehmung auftauchen, zusammen mit anderen Bloggern während einer Bloggerreise im Spätsommer anschauen. Eine Art kleine Reiseblogger WG.

In Deutschland unterwegs

stormtrooper auf der itb 2017
Das Imperium war auch da. Aber die Sturmtruppler die es auf die ITB geschafft haben müssen noch wachsen, um wirklich Angst zu verbreiten.

Und natürlich will ich versuchen wieder möglichst viele Städte und Regionen innerhalb Deutschlands kennenzulernen und vorzustellen. Das allerdings mittlerweile in Kombination mit der Seoreise. So bekomme ich vielleicht auch noch eine intensivere Begegnung mit den jeweiligen Städten hin. Denn ich hoffe, dass mich vor Ort die Reiseblogger aus der Stadt herumführen, und mir ihre Highlights zeigen.

Und je nachdem, wie es jetzt in Irland bei der Reiseblogger WG läuft, werde ich solche Reisen regelmäßig anbieten. Schweden im Oktober zumindest ist schon fest. (Aber es gibt noch freie Zimmer!) Ein faszinierendes Land, das ich dann gemeinsam mit anderen Reiseliebhabern entdecken kann.

Und auch dafür war die ITB 2017 ziemlich ideal. Denn die Länder präsentieren sich eigentlich alle ziemlich freundlich und zeigen ihre Schokoladenseite (Schade, das Ecuador dieses Jahr keine Schokolade mit dabei hatte. Die war extrem lecker im letzten Jahr, und machte ziemlich viel Lust auf das Land.)

Ich konnte also schon ein paar interessante Ecken in Schweden heraussuchen, und mir schon Regionen vormerken. Wo es dann vielleicht später mit MitbewohnerInnen hingehen könnte.

Ganz anderes Business konnte ich bei meinem Treffen mit den Machern vom TN-Deutschland Newsletter ausprobieren. Mein Projekt und ich hatten ein paar Minuten Zeit uns im Gedächtnis zu verankern, und ich sag jetzt einfach mal: Hat geklappt auf die eine oder andere Weise.

Füsse hoch und Augen dicht

Jetzt einfach noch kurz die harten Fakten von 3 Tagen ITB Berlin:

  • 3 Tage mit mehr als 20k Schritten
  • 7 verschiedene Kaffee probiert
  • Einen unerwarteten Sieger gekürt
  • keine Karikatur bei Israel machen lassen, weils einfach immer voll war da!
  • nur ein einziges Mal Frühstück erst nach 14 Uhr (Rekord!)

Ich weiss irgendwie nicht, warum alle anderen so jammern, wie anstrengend die ITB war. Ich hätt noch 3 Tage so weiter machen können.
Sag ich jetzt, die blutenden Füsse hochgelegt, den Kopf tief in die Sofakissen gedrückt, der Fernseher auf eine Lautstärke gedreht, die mit Sicherheit in den nächsten Minuten einen Polizeieinsatz wegen entnervter Nachbarn beschwört, und mit einem Strohhalm direkt ins Innere des Kaffeevollautomaten gelegt.

Die ITB ist ein hartes, aber schönes Stück Arbeit. Und ich freue mich auf das nächste Jahr. Und ich werde auch da am ersten Tag wieder sagen: Das ist viel zu anstrengend, wo ist der nächste Sessel.
Und weiterlaufen. Durch die Hallen. Durch die Welt. Unterwegs entspannt quatschend mit anderen Reisebloggern, Regionen, wem auch immer.

Ich freu mich drauf, und vielleicht sehen wir uns dann ja auch dort.

Andere Reiseblogger haben ebenfalls über die ITB berichtet. Und ich bin ganz sicher, das die folgende Liste höchstens halbwegs vollständig ist.

Gecko Foodsteps
TravelWorldOnline
Ferngeweht
Breitengrad 66

9 Kommentare zu ITB Berlin 2017 – eine Nachlese mit gutem Kaffee

  1. Mann, all der gute Kaffee ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Ich werde mich nächstes Jahr mal an deine Fersen heften müssen.

    Freut mich, dich getroffen zu haben.

  2. Jo, für uns war es das erste Mal - also ITB. Und ja, ich könnte schon wieder los und ein paar Hallen abklappern.

    Nach Allen, was wir vorher teilweise gelesen hatten, waren wir skeptisch ob wir da richtig sind. Aber jetzt, danach, muss ich sagen - es war coool dort und es hat riesigen Spaß gemacht.

    Also, auf nächstes Jahr! Und dann mit mehr Kaffee - das ist bei uns zu kurz gekommen.

    LG Thomas

    PS: Die Shuttle sind doch für alte Leute!

  3. Hey Max,

    ein schöner Bericht. So habe ich die ITB auch empfunden, allerdings mit weniger Kaffee, mehr Eis und einer fetten Erkältung.
    Für mich war es die erste ITB und zu beginn war ich unsicher, ob das was für Mutter's Tochter ist.
    War es, und wie!
    Megaanstrengend aber total interessant und spannend. Ich glaube, dass ich nach 3 Tagen ITB ganz sicher nicht alles gesehen habe. Nächstes Jahr bin ich wieder am Start und freue mich schon darauf, wieder tolle Bloggerkollegen zu treffen und Kontakte zu knüpfen.

    Wir sehen uns in Irland zu Deinem unglaublich coolen Blogger WG Projekt mit Reise- und Lernfaktor.

    Doller Winker
    Annik

    • Hi, Annik.
      Da wink ich erstmal genau so dolle zurück, und dann sag ich dir: Je weniger Kaffee ihr trinkt, desto mehr Tassen kann ich mir nachschenken lassen. 😉
      Nein, im Ernst: Die ITB darfste gar nicht verpassen, wenn du in der "Szene" unterwegs bist, eben alleine wegen der netten BloggerInnen. Vielleicht finden wir nächstes Jahr auch wieder irgendwo eine richtige Lounge, wo wir dann alle zusammen Platz finden.
      Wir zwei sehen uns in Irland, haben dort Spaß, machen niemanden neidisch, aber allen Lust auf Irland. Dann haben wir unseren Job gut gemacht, und dann kann die Reiseblogger WG auch weiter wandern.
      Gruß, der Papa. 😉

    • Hallo, ihr Zwei.
      Wir sehen uns bestimmt in Wien auf dem Reisesalon. Ich bin vorher - im April - schon einmal da. Aber da seid ihr sicherlich in der Weltgeschichte unterwegs. 🙂
      Ja, ich fands auch sehr schade, aber ohne eine Bloggerlounge, also irgendwie ja ohne festen Treffpunkt, war es auch unwahrscheinlich. Dazu ist es einfach viel zu gross. Spätestens nächstes Jahr zur ITB treffen wir uns dann vorsätzlich mit Termin. 🙂

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